Zynismus der Kommunalpolitik

Der Bürgermeister kündigte jedoch an, „das gemeindliche Einvernehmen” unverzüglich zu erteilen. Ein Kabarettist hätte sich nicht besser ausdenken und zynisch formulieren können, was ein Stadtverordneter als „Kompromissvorschlag“ anbot: Man solle das riesige Güllelager begrünen und in dessen Schatten einen Rastplatz für Touristen anlegen.

Wir lehnen den Vorschlag des Stadtverordneten ab, denn außerhalb der vergleichsweise kleinen touristisch genutzten Region im Lassaner Winkel sind ausreichend Ausweichflächen vorhanden. Denn die Peeneland Agrar GmbH besitzt mindestens weitere 4.000 Hektar Land und dorthin kann der Agrar-Großbetrieb mit seinem Güllelager ausweichen.

Nur mit öffentlichem Druck können wir gegen die wirtschaftliche und politische Macht des Agrarunternehmens und gegen die erklärte Ohnmacht unserer Stadtvertreter bestehen. Nach viermonatigem intensiven bürgerschaftlichen Engagements unserer Bürgerinitiative Lassaner Winkel konnten wir zumindest das Lassaner Stadtparlament davon überzeugen, das gemeindliche Einvernehmen zum Bau des Großgüllelagers zu versagen. Nach massiver Intervention von Vize-Landrat nebst CDU-Fraktion haben die Stadtvertreter Lassans aber den Klageweg der Stadt für ihre Bürger abgelehnt. Die Baugenehmigung wurde im August 2017 erteilt und Baustart des Güllelager erfolgte wenig später.

Pikante Randnotiz

Inzwischen wurde bekannt, dass der Juniorchef der „Peeneland Agrar GmbH“ – einer der reichsten Agrarindustriellen weit und breit – seinerseits nun ebenfalls in den Tourismus investiert. Er betreibt Ferienwohnungen und hat gerade eine Förderzusage über 200.000 Euro aus EU-Fördermitteln erhalten: für den Ausbau einer Scheune mit Ferienwohnungen und Verarbeitungsräumen für Nutz-und Wildtiere, inklusive Salon für Jagdgäste – hier in der Region!