Industrielle Wirtschaft gefährdet Lebensräume

Die Umwandlungsprozesse der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG) in Agrar GmbHs haben eine gewaltige Konzentration von Land in wenigen Händen hervorgebracht, mit extremer wirtschaftlicher und politischer Machtfülle. Doch nur ein Mensch pro 100 Hektar hat die Chance einen Arbeitsplatz in den hiesigen landwirtschaftlichen Großbetrieben zu finden.

Hinzu kommt, dass die hochsubventionierte industrielle Landwirtschaft zunehmend in Widerspruch zu den Wirtschafts- und Lebensinteressen der übrigen Landbevölkerung gerät: Schon ein Viertel des Grundwassers unter landwirtschaftlicher Fläche ist durch Überdüngung nitratverseucht. Exzessiver Pestizideinsatz gefährdet unsere Gesundheit und die unserer Kinder. Die Bauprivilegierung der industriellen Landwirtschaft – sie ist ein Überbleibsel aus kleinteiliger bäuerlicher Wirtschaftsweise, für die sie auch allein einen Sinn machte! – setzt uns vielerorts gigantische Massentierhaltungsställe, Gülle- und Mastanlagen vor Dörfer und in Tourismusentwicklungsgebiete.

Und auch die „Verspargelung“ der Landschaft schreitet voran und immer größere Windkraftanlagen rücken immer näher an unsere Wohnorte und beeinträchtigen unsere Lebensqualität. Multinationale Konzerne schrecken nicht davor zurück, in reinen Urlaubsregionen mit Millionen von Übernachtungen, in der bis zu 90% der Bevölkerung vom Tourismus leben, eine umweltbelastende und risikobehaftete Gasindustrie etablieren zu wollen. Die Aus- und Nebenwirkungen betreffen die (touristische) Infrastruktur, Straßen, Verkehrssicherheit, Landschaftsbild und vieles mehr, kurz: unser gesamtes Leben.